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Katholische Pfarrei Herz Jesu

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Kreuzweg

Kreuzweg und Sakrament-Säulen

In der neuen Herz-Jesu-Kirche wurden die Glasfenster links und rechts von den das Kirchendach tragenden Säulen als Kreuzwegstationen gestaltet. Der Entwurf für die Fenster stammt vom Kunstmaler Max Wendl (www.max-wendl.de) aus Prien/Chiemsee. Der Kreuzweg ist mit vielen Symbolen versehen. Er beginnt mit dem linken Bild an der mittleren Säule auf der rechten Seite und führt im Uhrzeigersinn um die Kirche. In der Regel ist in jedem Bild ganz unten die Situation dargestellt, an die die Station erinnert.
1. Station - Jesus wird zum Tode verurteilt
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Rechts oben sieht man dreißig Silberlinge angedeutet. Sie deuten auf den Verrat des Judas hin, aber auch an unsere Treulosigkeit. Der gebrochene Stab bedeutet, dass das Todesurteil über Christus gesprochen ist. - Pilatus hat es ausgesprochen, wir haben es mit unseren schweren Sünden verursacht.
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Der krähende Hahn erinnert an den Verrat des Petrus. Ganz unten sieht man Pilatus, wie er sich in heuchlerischer „Anständigkeit" die Hände in Unschuld wäscht und so jede Schuld von sich weist.
2. Station - Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
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Jesus nimmt sein Kreuz auf sich

Ganz oben ist Isaac dargestellt, wie er das Opferholz selbst auf den Berg trägt (Gen. 22), genau so, wie es Jesus, das wahre Osterlamm, tun wird. Er nimmt sein Kreuz auf die Schulter.
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Die erhobenen Hände darunter zeigen die Bereitschaft Jesu zum Kreuze, das Ja zum Opfer. Ganz unten nimmt Jesus das Kreuz auf sich.
3. Station - Jesus fällt das erste Mal unter dem Kreuz
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Ganz oben ist eine Waage.
Auf der linken Waagschale ist der Sündenapfel dargestellt, auf der rechten Waagschale liegt das Kreuz.
Dieses Symbol wiederholt sich bei der 7. und 9. Station. Je größer die Sünde, um so tiefer der Fall Christi. Je leichtfertiger der Mensch vom Sündenapfel isst, um so schwerer wird das Kreuz, je größer die Bosheit des Menschen, um so größer die leidende Liebe des Heilandes.
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Der Totenkopf und das Totengebein in der Mitte weisen hin auf die bittere Frucht der Sünde, den Tod. Aber der von einem Keil gespaltene Totenkopf deutet bereits den Sieg der Erlösung über Sünde und Tod an.
4. Station - Jesus begegnet seiner tiefbetrübten Mutter
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Wir sehen ein Herz, das von einem Schwert durchbohrt ist sowie die Andeutung einer Mutter mit einem Kind. Dieses Bild deutet hin auf die prophetischen Worte des greisen Simeon an Maria, als diese ihr göttliches Kind im Tempel darbrachte: "Auch deine Seele wird ein Schwert durchbohren" (Luk. 2,35).
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Ganz unten ist die Begegnung Jesu mit seiner Mutter dargestellt.
5. Station - Simon von Cyrene hilft Jesus, das Kreuz zu tragen
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Das große Kreuz ganz oben ist aus vielen kleinen Kreuzen nach Art eines Mosaik zusammengesetzt.
Das Kreuz und Leiden Jesu ist das Leiden der ganzen Welt. Er trug die Kreuze von uns allen. Unsere kleinen oder großen Kreuze und Opfer, in der richtigen Opfergesinnung mit dem Kreuzesopfer Christi verbunden, erlangen erlösende Kraft. Selbstheiligung und Rettung der Unterwelt bewirken sie. "Ich ersetze an meinem Leibe, was an den Leiden Christi noch fehlt" (Kol. 1,24).
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Im unteren Teil sieht man Jesus und Simon, der Jesus hilft, das Kreuz zu tragen.
6. Station - Veronika reicht Jesus das Schweißtuch dar
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Die um Brot bittenden Hände und eine Krücke symbolisieren den notleidenden Mitmenschen. Wer sich dem Nächsten in den leiblichen oder geistigen Werken der Barmherzigkeit schenkt, dient Christus, und das Bild Christi wird in der eigenen Seele dadurch immer mehr ausgeprägt.
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Im unteren Teil des Fensters sieht man das Schweißtuch der Veronika mit dem Antlitz Jesu.
7. Station - Jesus fällt das zweite Mal unter dem Kreuz
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Ganz oben sehen wir wieder die Waage. Die Waagschale mit dem Kreuz ist weiter unten, das Kreuz wiegt schon schwerer als der Sündenapfel. Das Bild des guten Hirten mit dem verlorenen Schäflein auf den Schultern deutet die Erlöserliebe des Heilandes an.
(Das oberste Feld dieser Kreuzwegstation wurde bei der Renovierung der Glasfenster 1987 seitenverkehrt wiedereingebaut. Aus diesem Grund schlägt der Zeiger der Waage nach links aus und die Waagschalen sind vertauscht.)
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Im mittleren Teil des Fensters sieht man Ketten, die bereits gesprengt sind. Sie weisen hin auf die Knechtung durch die Sünde, aber auch auf die befreiende Kraft des Leidens Christi.
Ganz unten ist wieder Jesus zu sehen, wie er unter dem Kreuz zusammengebrochen ist.
8. Station - Jesus tröstet die weinenden Frauen von Jerusalem
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Unten sieht man Jesus und die Frauen von Jerusalem. Das Kreuz Jesu wird nach oben verlängert und geht in eine zum Himmel zeigende Hand über. Diese zum Himmel zeigende Hand lädt ein zur himmlischen Gesinnung. Rein natürliches Mitleid und Leid genügt nicht. Wahre Reue kommt von Gott und führt zu Gott, zeigt sich in Umkehr und Heimkehr zu Gott.
9. Station - Jesus fällt das dritte Mal unter dem Kreuz
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Erneut sehen wir die Waage.
Nun ist die Waagschale mit dem Kreuz weit unten; die Macht des Kreuzes wiegt schwerer als die Erbsünde.
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In der Mitte des Bildes sehen wir eine Krone und ein Schwein. Die fallende, umgestürzte Krone bedeutet den Verlust des Gottesadels; das Schwein die Erniedrigung durch die Sünde. Dieses Bild erinnert auch an den Spruch in Matth. 7,6: "Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht vor die Schweine, damit sie nicht diese zertreten unter ihren Füßen und sich umwenden und euch zerreißen." Gottes Hand selbst bemüht sich um unsere verlorene Gnade und will uns durch die Erlösung die ursprüngliche Würde wiedergeben.
10. Station - Jesus wird seiner Kleider beraubt
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Ein Würfel im mittleren Teil des Fensters weist darauf hin, dass die Soldaten die Kleider Jesu unter sich aufteilten und um den Leibrock würfelten (Psalm 21,19; Joh. 19,24: "Sie teilen sich meine Kleider und werfen das Los über mein Gewand.")
11. Station - Jesus wird ans Kreuz genagelt
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In der Mitte sieht man den an das Kreuz genagelten Jesus.
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Die Marterwerkzeuge (hier vier Nägel, ein Hammer und eine Zange; weiter oben im Fenster noch eine Peitsche und eine Lanze sowie die Dornenkrone) charakterisieren die Herzlosigkeit der Sünder und die leidende Liebe des Heilandes.
12. Station - Jesus wird erhöht und stirbt am Kreuz
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In dieser Station ist die Erlöserliebe und das Erlösungswerk Christi zentral zusammengefasst.
Oben der gekreuzigte Jesus, aus dessen Seite Blut austritt.
Darüber die Buchstaben INRI - Jesus Nazarenus Rex Judaeorum.
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Im mittleren Teil des Fensters sehen wir das Herz Jesu, aus dem Flammen der Liebe schlagen.
Das Herz ist umwunden von einer Dornenkrone. Aus dem geöffneten Herzen strömt das Blut über auf seine Kirche und flutet weiter in den Gnadenströmen der sieben Sakramente auf die ganze Menschheit.
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Ganz unten sieht man eine Schlange. Dieses Bild soll an die eherne Schlange aus dem alten Testament erinnern. Wer zu ihr aufschaute, wurde gerettet (Num.21,8). So wie im alten Bund gerettet wurde, wer zu der Schlange aufschaute, so wird im neuen Bund der gerettet, der zum gekreuzigten Christus aufschaut.
13. Station - Jesus wird vom Kreuz genommen
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Das Opferlamm mit der Opferschale und die Opferkerze im mitleren Teil des Fensters weisen hin auf die sich schenkende und hinopfernde Liebe Gottes. „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen, vielgeliebten Sohn dahingab (Joh. 3,16).
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Die Abnahme Jesu vom Kreuz
14. Station - der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt
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Ganz oben sieht man einen angedeuteten Regenbogen und eine Taube mit einem Ölzweig. Beides sind Symbole des Friedens. Sie deuteten einst das Ende der Sintflut an (Gen. 8).
Durch den Kreuzestod Christi wurde der Friede mit Gott wieder hergestellt. Gott ist bereit zum Frieden, wenn der Mensch guten Willens ist.
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Im unteren Teil des Fensters ist die Grablegung Jesu dargestellt.